Wenn ein jenseitiger Begleiter mehr über dich verrät als du erwartet hast

Es gibt diese Momente in einem medialen Gespräch, in denen man selbst nicht weiß, was als Nächstes kommt. Kein Skript, keine Vorbereitung, kein „ich erzähl dir mal, wen ich treffen will“ – einfach ein offener Raum, in dem sich zeigt, was sich zeigen will.

So war es auch bei einem meiner Jenseitskontakte, den ich mit einer Frau namens Barbara führen durfte. Sie war über eine große Facebook-Gruppe zum Thema Leben nach dem Tod auf mein Angebot gestoßen, ganz spontan, wie sie selbst sagte. Sie hatte eine starke Anbindung an die geistige Welt und war neugierig, offen, bereit für das, was kommen mag.

Wie aus einem Impuls ein Podcast wurde

Bevor wir in die eigentliche Sitzung gingen, habe ich ihr kurz erzählt, wie diese Kontakte überhaupt entstanden sind. Anfang des Jahres wurde mir klar, dass ich mich diesem Thema – Verstorbene und Jenseitige wahrnehmen zu können – wirklich widmen muss. Es war schon immer da, ich hatte es nur lange beiseitegeschoben, weil ich eher verstandeslastig durchs Leben gegangen bin. Mit der Zeit wurde ich entspannter, und das Thema wurde drängender.

Im März habe ich dann begonnen, einen Podcast aufzunehmen – Die Zweite Geburt. An einem bestimmten Punkt wurde mir klar: Ich nehme tatsächlich jemanden wahr, ich bin im Kontakt. Über meine Freundin habe ich erste Erfahrungen gesammelt, aber dabei war mir oft nicht ganz klar, was wirklich von jemand anderem kam und was ich vielleicht einfach aus ihrem Feld oder aus Erzählungen wusste.

Also entstand die Idee, in einer Facebook-Gruppe nach Freiwilligen zu suchen – kostenlos, zum Üben, um Indizien zu sammeln. Ich bin kein ausgebildetes Medium, ich habe wenig Erfahrung. Aus dieser Idee wurden am Ende elf Termine, und Barbara war einer davon.

Vertrauen statt Beweise

Eine Frage, die mir Barbara zu Beginn stellte, finde ich bis heute wichtig: Wie sichere ich mich eigentlich ab für den Kontakt zum Jenseits? Bekomme ich wirklich wohlgesonnene Energien durch?

Meine Antwort war ehrlich: Diese Glaubenssätze, dass da draußen viele dunkle Energien unterwegs sind, teile ich nicht. Ich gehe davon aus, dass wir im Grunde alle gut sind – im Herzen gut. Und dieses Leben endet ja nicht, wenn ich den Körper verlasse. Ich verlasse nur den Körper, wie wenn ich mein T-Shirt ausziehe.

Wir alle bauen Masken auf, um durchs Leben zu gehen. Auch ich hatte lange eine solche Maske – die der verstandeslastigen, leistungsorientierten Person mit Doktortitel und Bürojob. Aber irgendwann wurde das Thema, das mich wirklich berührt, einfach zu stark, um es weiter zu ignorieren.

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Ein präsenter Begleiter zeigt sich

Nach dieser kurzen Einleitung haben wir die Augen geschlossen und sind in den offenen Raum gegangen. Und fast sofort war da etwas Klares: eine sehr präsente, männlich wahrgenommene Energie.

Ich nenne solche Wesen für mich Begleiter. Sie führen nicht im Sinne von an die Hand nehmen, sondern weisen eher auf etwas hin und lassen einen das Thema selbst entdecken. Barbara kannte den Begriff Geistführer und war diesem geistigen Team sehr offen gegenüber.

Und dann kam die Botschaft, die uns beide überraschte: Dieser Begleiter war da, um Barbara bei der Beziehung zu ihrer Mutter etwas entdecken zu lassen.

Die Beziehung zur Mutter als Weg zu sich selbst

Barbara bestätigte sofort: Das Thema Mutter war tatsächlich schon lange aktuell. Viele Gespräche über viele Jahre, aber immer wieder alte Muster und Barrieren dazwischen. In letzter Zeit wurde es leichter, vieles ging in Heilung, und sie spürte schon lange, dass da etwas geführt war.

Die Botschaft, die durchkam, war einfühlsam und klar: Es ging nicht darum, alles an der Mutter gutzuheißen oder sich zu versöhnen, im Sinne von alles schönreden. Es ging darum, dass diese Beziehung Dinge in Barbara selbst aufzeigt – Dinge, die man anfangs vielleicht gar nicht wahrhaben möchte. Über die Reibung, über die Zeit, kann sich das entspannen.

Besonders berührend fand ich das Bild, das sich mir dabei zeigte: Barbara als Blume, die sich entfaltet. Wenn sich jemand auf eine Blume stellt, ist das im Moment unangenehm – aber die Blume versucht sich von selbst wieder aufzurichten. Genau das passiert, wenn wir uns nicht gegen jemanden stellen, sondern für uns selbst einsetzen.

Wenn die eigene Wut nicht gegen den anderen geht, sondern für einen selbst

Ein zentraler Gedanke, der in diesem Gespräch immer wieder durchkam: Diese Wut, dieser Schmerz – er muss nicht gegen die Mutter gerichtet sein. Er kann genutzt werden, um sich selbst zu entfalten, die eigene Lebensenergie für sich einzusetzen. Und dann, ganz von selbst, ordnet sich vieles im Außen.

Barbara konnte das aus eigener Erfahrung bestätigen. Früher hat sie vieles nach außen projiziert, nicht verstanden, warum bestimmte Dinge passieren. Erst durch Heilungsarbeit konnte sie lernen, bei sich selbst hinzuschauen, statt immer auf das Gegenüber zu reagieren. Und genau das hat letztlich auch zu mehr Harmonie geführt.

Auch die Botschaft des Begleiters ging in diese Richtung: Sich auch ruhig mal treffen lassen, verletzt sein lassen – mit der Einsicht, dass das, was getriggert wird, etwas in einem selbst ist. Diese wunden Punkte dürfen da sein, ohne dass man sie sofort klären oder mit der anderen Person besprechen muss.

Von Mutter und Tochter zu zwei Frauen, zwei Wesen

Ein Bild, das mich besonders bewegt hat: Die Mutter-Kind-Beziehung darf sich mit der Zeit zu einer Beziehung zwischen zwei Frauen entwickeln. Letztendlich sind wir alle Geschwister im größeren Sinn – nur gerade in dieser Inkarnation ist die eine Mutter und die andere Tochter.

Barbara empfand das als sehr wertvolles Bild: nicht mehr die schwierige Mutter, sondern ein Lebewesen, das genauso seine eigenen Themen hat wie sie selbst.

Wer war dieser Begleiter?

Gegen Ende der Sitzung hatte Barbara selbst schon eine Vermutung. Sie fragte nach ihrem geistigen Team, und tatsächlich kam für sie der Name Meister Saint-Germain durch – jemand, der sie auf ihrem Weg begleitet, eher locker und humorvoll. Das passte sehr gut zu der Energie, die ich wahrgenommen hatte: präsent, entspannt, fast als würde er gechillt auf meinem Sofa liegen.

Ein Dankeschön zum Abschluss

Am Ende des Gesprächs hatte Barbara keine weitere Frage mehr offen – nur ein Dankeschön an den Begleiter, der sich gezeigt hatte. Von den elf Terminen, die ich bis dahin geführt hatte, war auch dieser wieder ganz anders als die anderen. Jedes Gespräch zeigt eine eigene Facette dieser Vielfalt, die das Leben und das, was danach kommt, ausmacht.

Manchmal sind es Verstorbene aus dem direkten Umfeld, manchmal Begleiter, die noch nie zuvor wahrgenommen wurden. Einmal war sogar jemand dabei, der gar nicht realisiert hatte, dass er verstorben war – und konnte mit unserer Hilfe weitergehen. Jedes Gespräch ist anders, und genau das macht diese Arbeit für mich so faszinierend.