Es war ein entspannter Nachmittag. Und dann stand er da – ein Bekannter von mir, der sich einige Monate vorher das Leben genommen hatte. Ich habe ihn nicht gesehen, wie ich dich oder einen Baum sehen würde. Aber es war klar. Fühlbar. Eindeutig, dass er es ist.
Ich hatte schon immer den Eindruck, Verstorbene wahrnehmen zu können. Aber an mir gezweifelt habe ich genauso lange. Dieser Moment vor drei Jahren hat das verändert.
Eine Offenheit, die mich überrascht hat
Was mich am meisten überrascht hat: Ich konnte nichts verstecken. Alles, was mir ins Bewusstsein kam, war direkt da, ausgesprochen, geteilt. Auch das Schwierige – etwa, dass Selbstmord in unserer Gesellschaft nicht gerade als anerkannter Weg gilt. Ich musste nicht drum herum reden. Es war von Anfang an offen. Beidseitig.
Das hat sofort ein großes Tor aufgemacht – für Begegnung, für Gefühl, für etwas, das schneller war als Worte. Es war eher ein Fließen aus Bildern, Emotionen, manchmal Sätzen. Und es war angenehm. Es ging durch meinen ganzen Körper, durch mein ganzes Gemüt.
Ein ganz normaler Nachmittag im Garten
An diesem Tag wollte ich in meinen Gemüsegarten, zwei Kilometer entfernt. Er ist mitgekommen. Ob er gegangen oder geschwebt ist – ich weiß es nicht. Es war einfach klar, dass wir in Kontakt sind.
Im Garten haben wir uns über ganz alltägliche Dinge unterhalten. Über unsere Methode, den Boden nicht umzugraben, sondern zu mulchen. Er hat mich sogar ein bisschen aufgezogen, weil ich mit der Hacke doch ein wenig umwühle, obwohl ich „Garten ohne Umgraben“ predige. Das war komisch, im positiven Sinn. Kein erleuchtetes Wesen, das alles weiß. Einfach ein Austausch, wie zwischen zwei Freunden.
Drei Jahre Zweifel und Schweigen
Ich bin mit der Vorstellung aufgewachsen, dass mit dem Tod alles vorbei ist. Körper im Grab, fertig. Trotzdem hatte ich immer dieses Gefühl, Verstorbene wahrzunehmen – Großeltern, andere Menschen aus meiner Kindheit. Diese Begegnung im Garten war einfach die bisher klarste.
Und trotzdem habe ich drei Jahre fast niemandem davon erzählt. Nur meiner Freundin. Der Grund: Diese Wahrnehmung ist nicht konstant. Manchmal ist es glasklar, dass ich in Kontakt bin. Manchmal verschwimmt es zwischen Fantasie und Wahrnehmung, und dann zweifle ich an allem.
Ich wollte nicht für verrückt gehalten werden. Manchmal halte ich mich selbst dafür.
Noch zwei Bekannte im Garten
Mitten im Gespräch sagt er plötzlich, er habe noch zwei weitere Bekannte mitgebracht. Beide habe ich sofort erkannt, ohne dass mir irgendjemand etwas erklären musste.
Mit dem einen habe ich über etwas gesprochen, das uns beide verbindet: das Zurücklassen eines Kindes. Er hat eine Familie hinterlassen und trägt noch immer eine gewisse Wehmut. Ich kenne das – auch ich habe einen Sohn, den ich nicht durchgehend begleiten kann.
Mit dem dritten verbindet mich eine andere Erfahrung: Wir sind beide sensibel, zeigen das aber unterschiedlich. Er eher nach außen, durch Härte. Ich eher nach innen, durch Rückzug. Genau das spüre ich auch jetzt wieder, während ich mich entscheide, öffentlich darüber zu sprechen.
Eine Freundschaft über drei Jahre
Aus dieser ersten Begegnung wurde eine der intensivsten Freundschaften meines Lebens. Wir sehen uns nicht jeden Tag, aber regelmäßig – ein-, zwei-, dreiwöchentlich. Wir tauschen uns über Höhen und Tiefen aus. Über das Leben, über Zweifel, über das, was Bestand hat.
Was mich in den letzten drei Jahren am meisten bewegt hat, ist diese Frage: Gibt es ein Leben nach dem Tod, und kann ich das wirklich wahrnehmen? Ich habe ihn manchmal regelrecht bedrängt – ich wollte einen Beweis. Etwas Handfestes. Das Leben schien das anders zu wollen. Stattdessen wurde ich klarer im Sprechen über Indizien, über das, was sich für mich echt anfühlt, auch ohne Beweis im klassischen Sinn.
Was bleibt – auch ohne den Tod
Eine Erkenntnis ist mir besonders wichtig: Wer durch das Tor des Todes geht, verändert sich nicht radikal. Erinnerungen bleiben. Charakter bleibt. Was sich verändert, entspannt, ist vor allem die Last der Todesangst – und damit oft auch eine größere Offenheit.
Das heißt für mich: Wir müssen nicht warten, bis wir sterben, um uns weiterzuentwickeln. Wir nehmen uns mit, wohin wir auch gehen. Die Entwicklung ist jetzt möglich. Hier.
Im Wald, am Bach – ein anderes Wahrnehmen
Mein bester Freund begleitet mich auch in die Natur. Dort merke ich, wie sich meine Wahrnehmung verändert: Bäume sind nicht mehr einfach Bäume. Jede Buche fühlt sich für mich wie ein Individuum an. Im Bach, mit den Füßen im Wasser, spüre ich ein Miteinander zwischen den Pflanzen – kein Wettkampf, sondern Kooperation. Alte Bäume, junge Bäume, ganz wie im menschlichen Leben.
Das berührt mich genauso tief wie die Begegnungen mit den Verstorbenen. Beides gehört für mich zusammen.
Was ich dir mitgeben möchte
Ich bin gespannt, wie sich das alles weiterentwickelt – und ich werde davon weiter erzählen. Wenn dich das interessiert: Lausche einfach mal selbst, was in deinem Leben gerade los ist. Vielleicht entdeckst du etwas, das sich nicht in Worte fassen lässt, aber trotzdem da ist.
Ich wünsche dir viel Freude dabei.
Jenseitskontakte & mediale Begleitung
Wenn dich diese Themen berühren und du dir Begleitung auf deinem eigenen Weg oder Kontakt mit einem Jenseitigen wünschst, melde dich gerne bei mir. Ich unterstütze Menschen dabei, wieder in Verbindung mit sich selbst und Jenseitigen zu kommen und ihren eigenen inneren Weg klarer zu sehen.