Der Berg, das Wasser & die zweite Geburt
Ich sitze da. Neben mir ein kleiner Wasserfall.
Die Flasche in meiner Hand füllt sich langsam. Ich trinke. Und in dem Moment passiert etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe:
Rechts von mir – innerlich – sehe ich meine erste Geburt.
Und links… passiert etwas Neues.
So ein Gefühl von:
Ich werde gerade neu geboren.
Nicht durch meine Mutter.
Sondern durch das Leben selbst.
Durch Wasser.
Durch Natur.
Durch… ja, ich nenne es mittlerweile: Gott.
Unterwegs in den Bergen
Das war Mitte März. Ich war im Allgäu unterwegs, bei Bad Hindelang. Wunderschöne Gegend.
Noch ziemlich viel Schnee. Ich wollte eigentlich zum Schrecksee hoch, aber ganz ehrlich:
Mit meinen eher „barfußmäßigen“ Schuhen ohne Profil… war das keine so gute Idee.
Ich bin los, den ersten Anstieg noch geschafft – und dann gemerkt:
Nee. Das passt heute nicht.
Also wieder runter.
Und dann… dieser andere Berg
Am nächsten Tag bin ich in eine andere Richtung gegangen.
Und da war er plötzlich.
Ein Berg, der mich irgendwie… gerufen hat.
Klingt vielleicht komisch, ich weiß. Aber kennst du das?
Wenn dich etwas einfach anzieht, ohne dass du es erklären kannst?
So war das.
Ich komme aus meiner Unterkunft raus, gehe über eine Wiese – ohne Zaun, einfach frei – und direkt auf diesen Berg zu. Wie aus so einer alten Heidi-Geschichte.
Ganz ruhig. Ganz klar.
Weniger Plan, mehr Vertrauen
Ich hatte meinen Rucksack dabei, ein bisschen Essen, etwas Wasser.
Und noch so der Gedanke: „Nicht zu viel mitnehmen, ich komme mittags nochmal zurück.“
Spoiler: bin ich nicht 😄
Ich bin einfach immer weiter gegangen.
Und irgendwann war meine Flasche leer.
Essen hatte ich noch. Aber Durst.
Der Moment der Entscheidung
Ich hätte jetzt sagen können:
„Okay, ich gehe zurück. Vernünftig bleiben.“
Aber da war dieser andere Impuls:
Bleib hier. Schau, was passiert.
Also bin ich geblieben.
Bin einem leisen Plätschern gefolgt, über eine Wiese, über so eine Art Weidefläche. Alles noch leer, keine Tiere, nur Ruhe.
Rucksack abgesetzt. Jacke ausgezogen.
Und dann war da dieser kleine Wasserfall.
Wasser
Ich halte die Flasche drunter.
Setze mich hin.
Trinke.
Und merke erst jetzt, wie durstig ich eigentlich war.
Das Wasser war… anders.
Frischer. Lebendiger.
Ob das jetzt „reines Quellwasser“ war oder nicht – keine Ahnung.
In dem Moment war es einfach genau richtig.
Und dann passiert es
Ich sitze da. Trinke.
Und plötzlich tauchen Bilder auf.
Wie so oft, wenn man wirklich zur Ruhe kommt – kennst du vielleicht – wenn der Kopf leiser wird und Dinge einfach hochkommen.
Rechts: meine erste Geburt.
Fragmente, Gefühle, nichts ganz Konkretes.
Und links: ich, wie ich dieses Wasser trinke.
Und innerlich dieser Satz:
Ich werde genährt.
Nicht von außen im Sinne von „Gesellschaft“, „ich muss mir alles erarbeiten“, „ich muss funktionieren“.
Sondern:
Es ist alles da.
Ich werde genährt von dem, was ist.
Von der Natur.
Vom Leben.
Von… Gott.
Die zweite Geburt
Dieser Begriff war plötzlich da:
Zweite Geburt
Und er ging nicht mehr weg.
Die Tage danach im Urlaub – und auch später zuhause – war das einfach präsent.
So ein stilles Wissen, ohne dass ich es groß erklären konnte.
Etwas hat sich geöffnet
Seit diesem Moment ist da etwas anders.
Nicht laut.
Nicht spektakulär im Außen.
Aber innen:
Diese Verbindung ist einfach da – meistens.
Früher konnte ich das komplett wegdrücken.
„Gott“ war für mich eher… schwierig.
Heute ist es eher so:
Ich kann es gar nicht mehr komplett ausblenden.
Es ist einfach da.
Wie ein leiser Hintergrund.
Bewegung kommt zurück
In diesen Tagen im Allgäu ist noch etwas passiert:
Ich habe wieder angefangen zu tanzen.
Einfach so.
Ohne Plan. Ohne „wie sieht das aus“.
Der Körper hat sich bewegt, und ich habe es zugelassen.
Und ja – ich zeige das jetzt auch teilweise.
Hier. Im Internet.
Das ist für mich echt ein Schritt.
Nicht, weil es perfekt ist.
Sondern weil es echt ist.
Mich zeigen (auch wenn’s ungewohnt ist)
Ich merke, wie ungewohnt das ist.
Dieses „Ich zeig mich jetzt einfach mal damit“.
Und gleichzeitig:
Wie befreiend das ist.
Wir haben alle Dinge, für die wir uns schämen oder die wir lieber verstecken würden.
Und genau da liegt oft so viel Leben.
Begleitung bei deinen Themen
Wenn dich diese Themen berühren und du dir Begleitung auf deinem eigenen Weg wünschst, kannst du dich gern bei mir melden. Ich unterstütze Menschen dabei, wieder in Verbindung mit sich selbst zu kommen und ihren eigenen inneren Weg klarer zu sehen.
Ein Buch – und Gänsehaut
Wieder zuhause erzähle ich meiner Freundin davon.
Von dieser „zweiten Geburt“.
Ein paar Tage später lese ich in einem Buch:
Reise in die Unsterblichkeit
Und da steht… genau dieser Begriff.
Zweite Geburt.
Ich sitze da und denke nur:
Okay. Was ist hier los?
Ein neues Verständnis
In dem Buch wird beschrieben, dass diese „zweite Geburt“ etwas Entscheidendes ist.
Nicht das Sterben.
Nicht das „danach“.
Sondern dieser Moment im Leben, wo sich etwas grundlegend verschiebt.
Wo du nicht mehr wirklich zurück kannst.
Weil du gespürt hast, dass da mehr ist.
Dinge, über die ich früher nicht gesprochen hätte
Ich merke beim Erzählen:
Das ist für mich nicht ganz leicht.
Weil ich früher über solche Themen eher… gelächelt habe.
Oder sie direkt wegerklärt habe.
Heute sehe ich das anders.
Zum Beispiel dieses Gefühl, dass Verstorbene irgendwie noch da sind.
Nicht körperlich. Aber… präsent.
Ich weiß, das klingt für manche komisch.
Und gleichzeitig gibt es so viele Berichte darüber.
Nahtoderfahrungen. Medien. Bücher.
Ich nehme das heute einfach offener wahr.
Nicht blind glauben.
Aber auch nicht sofort wegschieben.
Ein bisschen offener sein
Vielleicht kennst du das von Kindern:
Die erzählen Dinge, die wir als Erwachsene oft schnell „wegerklären“.
Ich glaube mittlerweile, da steckt oft mehr drin, als wir denken.
Und ich habe für mich entschieden:
Ich will das nicht mehr sofort zumachen.
Sondern schauen, was sich zeigt.
Und du?
Vielleicht hast du selbst schon mal so etwas erlebt.
So einen Moment, wo plötzlich alles anders wirkt.
Ruhiger. Verbundener.
Oder wo ein Begriff auftaucht und bleibt.
Wenn ja – schreib mir gerne.
Ich bin selbst noch am Verstehen.
Und ich lerne gern dazu.
Zum Schluss
Für mich war dieser Moment am Berg…
mit dem Wasser,
mit dieser inneren „zweiten Geburt“…
etwas, das ich nicht mehr zurückdrehen kann.
Und das fühlt sich gut an.
Still.
Weit.
Verbunden.
Ich nehme dich gern weiter mit auf diesem Weg.
Bis bald.
Jens