Selbstmord ist kein Ausweg – eine Geschichte von der anderen Seite (Jenseitskontakt)

Vor einigen Jahren hat sich ein Bekannter von mir das Leben genommen. Ich hatte in den letzten Jahren häufig Kontakt zu ihm, denn niemand stirbt wirklich. Ich kann Verstorbene wahrnehmen, mich mit ihnen austauschen. Heutzutage verwenden wir in diesem Zusammenhang den Begriff „Medialität“.

Er hat mich gebeten, einen Teil seiner Lebensgeschichte zu erzählen. Das, was nach dem Selbstmord geschah. Er erzählt und zeigt es mir – und ich erzähle es dann euch. Aus der Ich-Perspektive; denn das fällt mir einfacher.

Ich dachte, ich wäre tot.

Ich dachte, mit meinem Tod würde alles enden. Die Enge. Die Scham. Diese innere Perspektivlosigkeit, die sich so lange angestaut hatte.

Ich dachte, ich könnte fliehen.

Aber genau das ging nicht.

Denn – ich bin ja gar nicht tot. Ich bin immer noch ich. Mit meinen Gefühlen. Mit meinen Ängsten. Mit dem, was ich so lange in mir getragen hatte, ohne wirklich hinzuschauen.

Das brauchte Zeit, um sich zu setzen.

Die eigentliche Leere war in mir

Von außen sah mein Leben gar nicht unbedingt hoffnungslos aus. Ich hatte Erfahrungen gemacht, Menschen kennengelernt, war unterwegs gewesen.

Und trotzdem war da etwas, das gefehlt hat.

Eine Verbindung. Nicht zuerst zu anderen Menschen, sondern zu mir selbst.

Das war meine eigentliche Perspektivlosigkeit. Nicht das Außen. Sondern dass ich innerlich keinen Zugang mehr gespürt habe — kein echtes Gefühl dafür, wer ich bin und was mich lebendig macht.

Und aus dieser Stille, aus diesem Nicht-mehr-Spüren heraus, erschien mir der Tod irgendwann wie ein Ausweg.

Heute weiß ich: Er war keiner.

Nichts verschwindet einfach

Viele Menschen glauben, mit dem Tod würde sich alles auflösen. Schmerzen. Schuld. Das eigene, müde gewordene Ich.

Doch so habe ich es nicht erlebt.

Die Gefühle waren noch da. Vielleicht sogar klarer als vorher — als hätte das Wegdrücken aufgehört und etwas dürfte sich endlich zeigen.

Früher war meine Gefühlswelt eher wie ein kleiner Teich. Begrenzt. Irgendwie handhabbar. Heute fühlt es sich eher an wie ein Ozean. Wellen von Traurigkeit. Dann wieder Weite. Freude. Leichtigkeit. Und manchmal kippt die Stimmung innerhalb eines Moments.

Nicht weil die Welt sich verändert — sondern weil etwas in mir sichtbar wird, das vorher keinen Raum hatte.

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Weglaufen funktioniert nur eine Zeit lang

Viele Menschen versuchen lange, ihre inneren Spannungen zu übergehen.

Man funktioniert. Man hält durch. Man erfüllt, was erwartet wird.

Doch irgendwann wird es enger. Das Leben beginnt sich schwer anzufühlen. Kraftlos. Fremd. Als würde man sich selbst von innen heraus verlieren.

Genau das konnte ich damals nicht zulassen. Ich wollte da weg.

Heute sehe ich es anders: Eigentlich wollte etwas in mir endlich gefühlt werden. Es hatte so lange gewartet.

Hinter der Verzweiflung liegt etwas anderes

Das Seltsame an dieser Geschichte ist: Obwohl sie mit dem Schwersten beginnt, bin ich heute oft heiter.

Nicht dauerhaft glücklich. Nicht „fertig“ oder „geheilt“. Aber lebendiger. Weicher. Mehr bei mir.

Früher wollte ich Gefühle kontrollieren oder vermeiden. Heute lasse ich mich eher bewegen — von dem, was kommt, von dem, was anklopft. Das macht verletzlicher. Aber auch echter.

Und irgendwann habe ich gemerkt: Hinter vielen dunklen Gefühlen liegt nicht einfach noch mehr Dunkelheit. Sondern manchmal etwas sehr Klares. Fast Stilles.

Sich selbst näher kommen

Ich glaube nicht mehr, dass Veränderung zuerst im Außen beginnt. Nicht durch Aktionismus. Nicht durch mehr Leistung oder den nächsten Schritt.

Sondern eher dadurch, dass man aufhört, permanent vor sich selbst wegzulaufen.

Dass man ehrlich wird mit dem, was da ist. Traurigkeit. Scham. Sehnsucht. Einsamkeit. All das, was man so lange weggedrückt hat.

Und dass man entdeckt, dass man das alles fühlen kann — und nicht daran zerbricht. Sondern dadurch vielleicht sogar wieder ein bisschen mehr man selbst wird.

Das Leben kann heller werden

Heute würde ich niemandem sagen: Reiß dich zusammen.

Eher das Gegenteil.

Lass dich bewegen. Lausch dir selbst wieder ein wenig näher. Nicht dem ständigen Funktionieren. Nicht alten Glaubenssätzen darüber, wie man sein müsste.

Sondern dem, was in dir lebendig werden möchte.

Denn das Leben ist keine starre Straße. Es kann heller werden. Leichter. Weicher.

Und manchmal beginnt genau das dort, wo man vorher nur Dunkelheit gesehen hat.

Begleitung bei deinen Themen

Wenn dich diese Themen berühren und du dir Begleitung auf deinem eigenen Weg wünschst, kannst du dich gern bei mir melden. Ich unterstütze Menschen dabei, wieder in Verbindung mit sich selbst zu kommen und ihren eigenen inneren Weg klarer zu sehen.

Hinweis:
Zum Zeitpunkt der Aufnahme des Videos und dem Schreiben dieses Beitrags entfaltet sich meine Medialität erst. Ich erhebe keinen Anspruch auf Beweiskraft oder absolute Richtigkeit.
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