Jenseitskontakte: Wie und wobei sie helfen können – und wo ihre Grenzen sind

In den letzten Wochen und Monaten durfte ich viele Jenseitskontakte begleiten. Für mich ist das immer noch etwas, das ich vor einiger Zeit selbst kaum für möglich gehalten hätte.

Mal zeigt sich eine Mutter oder ein Vater, mal eine Oma, ein Freund, eine Bekannte oder ein ehemaliger Partner. Manchmal scheint noch etwas zwischen den Beteiligten ungeklärt zu sein. Manchmal geht es einfach darum zu spüren: Wie geht es dem anderen? Ist da noch etwas, das gesagt werden möchte?

Mit jeder Begegnung sammle ich neue Erfahrungen. Und dabei ist mir nicht nur etwas über Jenseitskontakte aufgefallen. Mein eigener Blick auf Leben und Tod hat sich verändert. Auch mein Verhältnis zu Spiritualität und Intuition verändert sich gerade.

Vor allem eine Sache wird für mich immer klarer: Verbindung bedeutet nicht, dass wir aneinander festhalten müssen.

Jenseitskontakte können Klarheit bringen – auch wenn sie nicht immer bequem ist

Wenn ein Mensch stirbt, kann vieles zurückbleiben. Trauer. Sehnsucht. Schuldgefühle. Aber manchmal auch Erleichterung. Das klingt vielleicht erst einmal hart. Doch Beziehungen sind eben nicht immer einfach. Vielleicht war die Beziehung zur Mutter oder zum Vater sehr eng und gleichzeitig sehr verstrickt. Vielleicht gab es Streit. Vielleicht hat man sich geliebt und trotzdem nicht voneinander lösen können.

Und manchmal ist da nach dem Tod ein Gefühl von: Ich bin traurig, dass du gegangen bist. Aber ein Teil von mir ist auch froh, dass diese schwierige Situation vorbei ist. Nach meiner Erfahrung hilft es in einem Jenseitskontakt sehr, genau damit offen umzugehen. Nicht so zu tun, als sei alles wunderschön gewesen. Keine Maske aufzusetzen. Nicht dem anderen etwas vorzuspielen. Ich erlebe, dass es sehr hilfreich sein kann, auszusprechen: So war es für mich. Das habe ich gefühlt. Das ist noch in mir.

Das bedeutet nicht, den anderen abzuwerten. Und es bedeutet auch nicht, dass eine Beziehung schlecht war, nur weil sie schwierig war. Aber Aufrichtigkeit kann Klarheit schaffen. Letztlich ist das für mich im Jenseits nicht so anders als hier im Leben. Ich möchte möglichst aufrichtig durchs Leben gehen und nicht ständig überlegen müssen, was ich sagen darf, damit der andere zufrieden mit mir ist. Wir sind alle auf unserem eigenen Weg.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Verbunden sein, ohne aneinander zu kleben

Nach dem Tod geht der Verstorbene aus meiner Wahrnehmung heraus ebenfalls seinen Weg weiter. Das kann erst einmal schmerzhaft sein. Gerade wenn man sich wünscht: Meine Mama soll doch bitte immer bei mir sein. Sie soll mir jeden Tag Zeichen geben. Sie soll mich besuchen und mir zeigen, dass sie noch da ist.

Und ja, ich erlebe auch, dass Verstorbene sich zeigen können. Manchmal werden Dinge wahrgenommen, die für die Menschen, die bei mir sind, eine klare Bedeutung haben. Aber ich glaube nicht, dass jedes Zeichen zwingend von einem bestimmten Verstorbenen gemacht worden sein muss.

Vielleicht sehe ich einen Vogel, den ein verstorbener Mensch besonders mochte. Kann das ein Zeichen sein? Ja. Muss es immer eines sein? Das weiß ich nicht.

Für mich ist es wichtig geworden, auch hier nicht krampfhaft festhalten zu wollen. Denn Verbindung kann da sein, ohne dass jemand ständig anwesend sein muss. Ich kann einen Menschen lieben und trotzdem meinen eigenen Weg gehen. Und der andere darf ebenfalls seinen Weg gehen. Das gilt hier im Leben – und aus meiner Erfahrung auch dann, wenn jemand seinen Körper verlassen hat.

Vielleicht ist das eine tiefere Form von Verbindung: nicht „Du musst bei mir bleiben“, sondern „Wir sind verbunden, und trotzdem darf jeder von uns seinen eigenen Weg gehen“. Das heißt nicht, dass Trauer plötzlich verschwindet. Manchmal braucht es Zeit, sich neu zu orientieren. Aber ich erlebe, dass aus einer gewissen Klarheit auch Entspannung entstehen kann.

Jenseitskontakte & mediale Begleitung

Wenn dich diese Themen berühren und du dir Begleitung auf deinem eigenen Weg oder Kontakt mit einem Jenseitigen wünschst, melde dich gerne bei mir. Ich unterstütze Menschen dabei, wieder in Verbindung mit sich selbst und Jenseitigen zu kommen und ihren eigenen inneren Weg klarer zu sehen.

Was Jenseitskontakte mit meiner Angst vor dem Tod gemacht haben

Ich habe durch diese Erfahrungen keine völlige Angstfreiheit gegenüber dem Tod entwickelt. Wenn ich ehrlich bin, habe ich immer noch Angst davor, schmerzhaft zu sterben. Vor Verletzungen, langem Leiden oder anderen schlimmen Umständen. Das ist nach wie vor da.

Aber etwas anderes hat sich verändert. Ich bin in einem Weltbild groß geworden, in dem der Tod sehr stark mit einem endgültigen Ende verbunden war. Gleichzeitig habe ich immer wieder Dinge wahrgenommen, die nicht zu diesem Bild passten.

Heute mache ich die Erfahrung, dass die Wesen, die ich wahrnehme, nach meinem Eindruck weiterhin individuell sind. Sie haben eine eigene Art. Sie zeigen Interessen. Sie erinnern sich. Manche begegnen anderen Wesen, die sie von früher kennen.

Das hat meinen Blick auf die Frage verändert, ob mit dem Tod wirklich alles vorbei ist. Für mich fühlt es sich zunehmend so an, als sei dieses Leben hier eine Episode. Jens – dieser Name, dieser Körper, diese konkrete Lebensphase – ist für mich vielleicht eine bestimmte Episode dessen, was ich erlebe. Wenn ich sterbe, wäre es dann vielleicht eher so, als würde ich Kleidung ausziehen, die ich für eine Zeit getragen habe.

Der physische Körper bleibt zurück. Aber ich bin nicht einfach nur dieser Körper. Diese Vorstellung und vor allem die Erfahrungen, die ich inzwischen mache, haben eine Grundspannung in mir etwas kleiner werden lassen. Nicht, weil ich jetzt alles weiß. Sondern weil ich immer häufiger erlebe: Da ist etwas, das für mich nicht einfach mit dem körperlichen Tod aufhört.

Spiritualität braucht für mich inzwischen auch Erdung

In den letzten Monaten ging es bei mir viel darum, mich mit meiner eigenen Wahrnehmung zu zeigen. Über Jenseitskontakte und geistige Wesen zu sprechen, ist in meinem bisherigen Umfeld nichts Alltägliches. Ich selbst dachte anfangs teilweise: Vielleicht habe ich ja einen an der Meise.

Aber dann machte ich Erfahrungen, in denen ich etwas wahrnahm, das die Menschen bei mir sehr konkret zuordnen konnten. Beschreibungen, Situationen oder andere Dinge, die für mich vorher nicht bekannt waren.

Dadurch entstand mit der Zeit mehr Vertrauen in meine Wahrnehmung. Und gleichzeitig passiert gerade etwas, womit ich nicht gerechnet hatte. Ich hatte Spiritualität lange eher mit einer Bewegung nach oben verbunden. Mit Öffnung. Mit Bewusstsein. Mit dem Unsichtbaren. Vielleicht auch mit dem Gedanken: Ich nehme den Deckel nach oben weg.

Aber gerade jetzt merke ich, wie wichtig für mich die andere Richtung geworden ist. Nach unten. In meinen Körper. In mein Becken. In meine Hüfte. Zur Erde. Ich bin gerade dabei, neu zu entdecken, was ich als geerdete Intuition bezeichne.

Geerdete Intuition ist für mich leiser als der innere Druck

Ich bin von Natur aus Linkshänder und wurde als Kind auf die rechte Hand umgeschult. Erst vor etwa einem Jahr habe ich überhaupt erfahren, dass es dafür den Begriff „umgeschulter Linkshänder“ gibt.

Seitdem ich mich selbst auf die linke Hand zurückschule wird mir immer mehr bewusst, wie viele Verdrehungen ich bei mir wahrnehme – in meinem Sein, in meiner Psyche und in dem, was ich als meine Energieflüsse empfinde.

Gleichzeitig kann sich etwas entwirren, wenn es mir bewusst wird. Und in Verbindung mit meiner zunehmenden Entspannung rund um Leben und Tod nehme ich gerade eine andere Form von Intuition wahr. Sie ist nicht laut. Sie sagt nicht: Das musst du jetzt sofort machen! Sie fühlt sich eher an wie: Hier stehe ich. Das ist meine Richtung. Das könnte mein nächster Schritt sein. Und dieser Schritt muss nicht heute passieren. Vielleicht erst in einer Woche. Vielleicht in einem Monat.

Diese Art von Intuition gibt mir ein ganz anderes Sicherheitsgefühl. Ich habe den Eindruck, dass wir Menschen uns auf unterschiedliche Weise von uns selbst abschotten können. Nach oben durch Weltbilder, die bestimmte Erfahrungen grundsätzlich ausschließen. Nach unten, indem wir lernen, unseren eigenen Impulsen nicht zu vertrauen und nur noch das zu tun, was von uns erwartet wird.

Vielleicht manchmal auch nach links und rechts, indem wir uns immer mehr von anderen Menschen und von der Natur entfernen. Bei mir fühlt sich gerade etwas anders an.

Je mehr ich meiner inneren Wahrnehmung folge, desto stärker wird gleichzeitig die Verbindung nach unten. Und gerade diese Erdung macht meine Intuition nicht schwächer, sondern ruhiger.

Hier sein, wo ich gerade bin

Das ist für mich im Moment vielleicht der wichtigste Punkt. Spiritualität bedeutet nicht, nur nach oben zu schauen. Ich bin gerade hier. Ich habe jetzt diesen Körper. Ich lebe jetzt an diesem Ort. Ich bin Teil der Natur – genauso wie alles andere auch. Und ich kann mich verbunden fühlen: mit Menschen, mit der Natur, mit dem Leben, mit dem, was ich als göttlich empfinde, und auch mit Wesen, die ich als jenseitig wahrnehme.

Aber all diese Verbindung sollte mich für mein Gefühl nicht von diesem Leben wegführen. Im Gegenteil. Sie bringt mich gerade mehr hierher. Vielleicht geht es für mich deshalb im Moment gar nicht darum, möglichst weit „weg“ oder „hoch“ zu kommen. Sondern darum, immer vollständiger da zu sein, wo ich gerade bin.

Und meiner Richtung zu folgen. Leise. Ohne Hektik. Ohne dass ich alles verstehen muss. Das nenne ich im Moment geerdete Intuition. Und ich merke, wie wohltuend das für mich ist. Ich bin damit wahrscheinlich mittendrin. Vielleicht sogar erst am Anfang. Aber es fühlt sich schon jetzt deutlich angenehmer an als noch vor einigen Wochen.

Vielleicht ist das auch etwas, das ich aus den Jenseitskontakten mitnehme: Wir müssen nicht alles festhalten. Nicht die Menschen. Nicht unsere alten Weltbilder. Nicht einmal die Vorstellung davon, wer wir sein müssen.

Wir dürfen verbunden sein. Und wir dürfen trotzdem unseren eigenen Weg gehen.