Was ist Besessenheit? Was bedeutet Besetzung?

Das Wort Besessenheit löst schnell sehr starke Bilder aus. Wir kennen es aus Horrorfilmen, aus religiösen Geschichten und aus Erzählungen über Menschen, die angeblich von einem Dämon übernommen wurden. Eine andere Vorstellung davon begegnet uns in der Psychologie, wo man beispielsweise von einem zwanghaften Verhalten sprechen kann. Wenn ich hier von Besetzung oder Besessenheit spreche, meine ich etwas anderes: wenn ein Verstorbener sich sehr eng an einen lebenden Menschen bindet und dessen Energiefeld oder Aura beeinflusst.

Ich verwende dabei häufig lieber das Wort Besetzung oder Umsessenheit als „Besessenheit“. Denn bei dem, was ich darunter verstehe, geht es nicht unbedingt darum, dass ein anderer Mensch vollständig die Kontrolle über jemanden übernimmt. Es kann vielmehr eine enge, manchmal sehr unangenehme Verbindung sein, bei der ein Verstorbener nicht seinen eigenen Weg weitergeht, sondern sich stark an einen lebenden Menschen hält.

Und auch hier ist mir wichtig: Das muss keine Horrorgeschichte sein.

Was bedeutet Besetzung?

Unter einer spirituellen Besetzung wird verstanden, dass ein Wesen – häufig wird dabei von einem Verstorbenen gesprochen – sich sehr eng an einen lebenden Menschen bindet. In esoterischen und spirituellen Vorstellungen wird dabei oft beschrieben, dass sich der Verstorbene im Energiefeld oder in der Aura des anderen Menschen aufhält.

Der Begriff „Umsessenheit“ wird teilweise verwendet, wenn das Wesen nicht als vollständig in den Menschen eingedrungen verstanden wird, sondern eher um ihn herum oder in seinem Energiefeld bleibt.

Das sind spirituelle Begriffe und keine medizinischen Diagnosen. Wenn jemand starke Veränderungen der Stimmung, Wahrnehmung oder Persönlichkeit erlebt, sollte deshalb immer auch eine medizinische oder psychologische Ursache in Betracht gezogen und gegebenenfalls fachliche Hilfe gesucht werden.

Für mich beschreibt Besetzung vor allem eine bestimmte Form von Beziehung: Da sind zwei Wesen, die ihre Verbindung noch nicht gelöst haben.

Wie kann eine Besetzung entstehen?

Eine Besetzung kann beispielsweise dann entstehen, wenn ein Mensch stirbt, aber seinen Tod nicht richtig realisiert oder sich sehr stark an die irdische Welt gebunden fühlt.

Stell dir vor, jemand verlässt beim Tod seinen Körper, wie wenn er seine Kleidung vor dem Duschen auszieht, und findet sich plötzlich in einer anderen Form des Erlebens wieder. Die Menschen um ihn herum reagieren nicht mehr auf ihn. Er kann seinen irdischen Körper vielleicht sehen, versteht aber nicht, was geschehen ist.

Wenn er dann einen Menschen wahrnimmt, der für ihn hell, offen oder besonders deutlich erscheint, kann er sich zu diesem Menschen hingezogen fühlen. Vielleicht ist das für ihn zunächst einfach Orientierung. Er sieht jemanden und denkt: Da ist jemand. Da kann ich hin. Und dann bleibt er. Nicht unbedingt aus böser Absicht. Vielleicht einfach, weil er nicht weiß, wohin er sonst gehen soll.

Warum manche Menschen besonders empfänglich sein können

In spirituellen Vorstellungen wird häufig davon gesprochen, dass manche Menschen besonders feinfühlig oder medial offen sind. Ich würde daraus keine Wertung machen. Es bedeutet nicht, dass jemand besser oder spirituell weiter entwickelt ist.

Vielleicht nimmt ein Mensch einfach mehr wahr.

Wenn jemand sehr offen für jenseitige Wahrnehmungen ist, kann er möglicherweise auch verstorbene Menschen deutlicher wahrnehmen. Und wenn ein Verstorbener orientierungslos ist, kann diese Person für ihn besonders gut erkennbar sein.

Das kann sich manchmal sehr angenehm anfühlen. Vielleicht entsteht das Gefühl, einen Menschen wahrzunehmen, den man eigentlich kennt oder mit dem man eine Verbindung hat.

Es kann aber auch anstrengend werden, wenn die Verbindung sehr eng wird und der lebende Mensch das Gefühl bekommt, nicht mehr ganz bei sich zu sein.

Aus meiner Erfahrung kann genau daraus ein Teil dessen entstehen, was wir auf der irdischen Seite als Spuk wahrnehmen.

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Woran kann man eine Besetzung erkennen?

Hier wäre ich sehr vorsichtig mit festen Listen. Es gibt keine eindeutigen Symptome, anhand derer man wissenschaftlich feststellen könnte, dass ein Mensch „besetzt“ ist. Viele Dinge, die im spirituellen Bereich als mögliche Anzeichen genannt werden – Stimmungsschwankungen, Erschöpfung, ungewöhnliche Gedanken oder starke emotionale Veränderungen – können sehr viele andere Ursachen haben.

Aus meiner persönlichen Perspektive ist deshalb eher die Gesamtsituation interessant.

Hat sich nach dem Tod eines bestimmten Menschen etwas sehr stark verändert? Gibt es das Gefühl, dass jemand ständig „dabei“ ist? Entsteht eine ungewöhnlich intensive Verbindung zu einem Verstorbenen? Gibt es Wahrnehmungen, die sich für den Betroffenen nicht wie die eigene innere Bewegung anfühlen?

Auch hier würde ich nicht sofort sagen: Das ist eine Besetzung. Wahrnehmen. Beobachten. Und dann schauen, was sich daraus ergibt.

Besetzung ist nicht automatisch böse

Das ist für mich einer der wichtigsten Punkte. Wenn ein Verstorbener sich an einen lebenden Menschen bindet, bedeutet das nicht automatisch, dass er diesem Menschen schaden möchte. Vielleicht ist er selbst orientierungslos. Vielleicht sucht er Nähe. Vielleicht gibt es eine alte Beziehung, die noch nicht abgeschlossen ist.

Auch unter Lebenden können Beziehungen sehr eng werden. Manchmal sind sie liebevoll, manchmal konfliktbeladen und manchmal geradezu abhängig. Warum sollte eine Verbindung nach dem Tod sofort völlig anders funktionieren?

Ich glaube deshalb, dass wir auch bei Besetzungen genauer hinsehen sollten, bevor wir jemanden als „böse“ bezeichnen. Vielleicht ist da Angst. Vielleicht ist da Unwissenheit. Vielleicht ist da eine alte Geschichte. Oder vielleicht gibt es einfach zwei Wesen, die noch nicht verstanden haben, dass sie getrennte Wege gehen dürfen.

Wenn der Verstorbene sich verirrt hat

Eine Vorstellung, die mich bei diesem Thema besonders beschäftigt, ist die der Orientierungslosigkeit. Wenn wir davon ausgehen, dass ein Mensch nach dem Tod weiterlebt, aber nicht automatisch alles versteht und weiß, was nun geschieht, dann ist es denkbar, dass manche Verstorbene zunächst sehr verwirrt sind.

Vielleicht suchen sie etwas Vertrautes. Vielleicht suchen sie Menschen, die sie kennen. Vielleicht suchen sie einen Ort, der ihnen Sicherheit gibt. Und manchmal finden sie dabei einen lebenden Menschen. Wenn dieser Mensch besonders feinfühlig ist, kann die Verbindung möglicherweise deutlich spürbar werden. Der Verstorbene bleibt dort, weil er nicht weiß, wohin er sonst gehen soll.

In dieser Vorstellung ist die Besetzung weniger ein Angriff als eine Art Verirrung.

Besetzung und ungelöste Beziehungen

Eine andere Möglichkeit ist für mich eine Beziehung, in der noch etwas offen ist. Vielleicht gab es Wut. Vielleicht Schuld. Vielleicht eine tiefe Abhängigkeit. Vielleicht konnte etwas nicht mehr ausgesprochen werden, bevor einer der beiden Menschen gestorben ist. Dann kann die Verbindung sehr fest sein.

Das bedeutet nicht automatisch, dass der Verstorbene bewusst „festhält“. Manchmal hängen wir auch im Leben an Dingen fest, ohne bewusst zu entscheiden, dass wir das tun.

Wenn eine solche Verbindung tatsächlich besteht, kann es deshalb sinnvoll sein, sich die Beziehung anzuschauen. Was ist zwischen diesen beiden Menschen passiert? Was wurde nicht gesagt? Wo ist noch Wut? Wo ist vielleicht Liebe? Wo ist Schuld? Und wo darf jeder wieder seinen eigenen Weg gehen?

Manchmal ist die Lösung nicht, gegen den anderen zu kämpfen. Manchmal besteht sie darin, eine Beziehung zu verstehen und dann loszulassen.

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Wenn du dir Begleitung auf deinem eigenen Weg oder Kontakt mit einem Jenseitigen wünschst, melde dich gerne bei mir. Ich unterstütze Menschen dabei, wieder in Verbindung mit sich selbst und Jenseitigen zu kommen und ihren eigenen inneren Weg klarer zu sehen.

Was kann man tun, wenn man eine Besetzung vermutet?

Zunächst einmal: keine Panik. Gerade beim Wort Besessenheit entstehen schnell Angst und Hilflosigkeit. Das halte ich für wenig hilfreich. Wenn du das Gefühl hast, dass jemand an dir hängt, kannst du zunächst versuchen, dich selbst wieder stärker wahrzunehmen.

Wie fühlt sich dein eigener Körper an? Was sind deine Gedanken? Welche Gefühle gehören wirklich zu dir? Gibt es Situationen, in denen sich das Gefühl der fremden Anwesenheit verstärkt?

Wenn du spirituell damit arbeiten möchtest, kann es aus meiner Sicht hilfreich sein, ruhig und klar Kontakt aufzunehmen. Nicht aggressiv. Nicht aus Angst. Sondern mit einer klaren Grenze.

Du kannst einem wahrgenommenen Verstorbenen mitteilen, dass du ihn wahrnimmst und dass er seinen eigenen Weg gehen darf. Wenn es eine ungelöste Beziehung gibt, kann es auch darum gehen, diese Beziehung innerlich noch einmal anzuschauen. Vielleicht muss etwas ausgesprochen, vergeben oder einfach anerkannt werden.

Und wenn du Unterstützung suchst, würde ich sehr genau darauf achten, wem du dich anvertraust. Vertraue nicht blind. Und vor allem: Gib deine eigene Wahrnehmung nicht an jemand anderen ab.

Was ich unter Besetzung verstehe

Wenn ich heute von Besetzung spreche, denke ich nicht an die klassischen Bilder aus Horrorfilmen. Ich denke an eine Verbindung zwischen zwei Wesen, die möglicherweise zu eng geworden ist.

Vielleicht ist ein Verstorbener orientierungslos. Vielleicht hängt er an einem Menschen. Vielleicht gibt es eine alte Geschichte zwischen beiden. Vielleicht nimmt ein lebender Mensch eine jenseitige Präsenz besonders deutlich wahr.

Für mich bedeutet das nicht, dass einer von beiden böse sein muss. Und es bedeutet auch nicht, dass man dieser Verbindung hilflos ausgeliefert ist. Wenn zwei Menschen – oder in diesem Fall ein lebender und ein verstorbener Mensch – ihre Verbindung verstehen und jeder wieder seinen eigenen Weg gehen kann, kann daraus etwas sehr Befreiendes entstehen.

Der lebende Mensch kann wieder stärker bei sich sein. Und der Verstorbene kann seinen eigenen Weg weitergehen.

Besetzung muss keine Horrorgeschichte sein

Vielleicht ist das überhaupt die wichtigste Botschaft, die ich zu diesem Thema weitergeben möchte. Wir haben rund um Geister, Spuk und Besessenheit unglaublich viele Geschichten gesammelt, die vor allem eines tun: Angst machen. Ich möchte den Blick darauf gerne etwas verändern.

Wenn es Verstorbene gibt, die nach ihrem Tod noch orientierungslos sind, dann brauchen sie vielleicht nicht unseren Schrecken, sondern Klarheit. Und wenn ein Mensch das Gefühl hat, dass eine solche Verbindung besteht, braucht er vielleicht nicht noch mehr Angst, sondern die Erfahrung, dass er bei sich bleiben und Grenzen setzen darf.

Für mich ist das Thema deshalb weniger gruselig geworden, je mehr ich mich damit beschäftigt habe. Es ist menschlicher geworden. Und vielleicht ist genau das ein guter Ausgangspunkt, um auch über die schwierigeren Erfahrungen rund um Tod, Jenseits und Medialität ruhiger zu sprechen.

Und es lohnt ein Blick auf die eigenen Glaubenssätze, wie in folgendem Video erklärt:

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Bildquelle: Pixabay, Ersteller: LisaChe